Weltmeisterschaft im Schlauchbootslalom

Veröffentlicht von Der MVB informiert am

Von Harald Polten, Landesjugendleiter

Vom 11. – 15. August 2026 waren die besten Fahrer/-innen der Welt aufgefordert, um den begehrtesten Titel zu fahren:

Weltmeister im Schlauchbootslalom“

Berlin schickte zwei Fahrer ins Rennen – Alexander Schulz (BWV) und 

Jonas Polten (MYCP).

Für Alexander war es die erste und für Jonas schon die sechste 

WM-Teilnahme. Da international Bush-Boote benutzt werden und Berlin immer noch auf die Lieferung dieser wartet, blieb den beiden Piloten nur das vorhergehende Trainingslager zum Üben. Keine einfache Sache, denn die Fahrweise unterscheidet sich stark von unseren Suzumar-Booten. 

Vor Ort fanden wir einen kleinen Yachtclub vor, umringt von einem Wäldchen und in der Nähe eine Staumauer. Auf dem Wasser war genug Platz, um beide Strecken nebeneinander aufzubauen. Leider verleitete das Platzangebot dazu die Strecke größer als vorgegeben aufzubauen.

Zur Eröffnung teilte uns der UIM Commissioner mit, dass die Strecke 100m lang ist. Die Fahrer/-innen sollten entscheiden, ob sie so fahren wollen. Leider bildete sich eine knappe Mehrheit für die längere Strecke. 

An Tag 2 wurde die erste Disziplin gefahren – Manövering. Dies bedeutet, jeder fährt 2 Läufe in seinem vorgegebenen Parcours hintereinander. Der Schlechtere von beiden wird gestrichen und der schnellste Pilot gewinnt das Rennen. Das deutsche Team war in der Vergangenheit immer ziemlich gut in dieser Disziplin. Das wird ja auch zu Hause trainiert und in Wettkämpfen gefahren. 

Die Ergebnisse waren dann etwas schockierend. Nur zwei Piloten schafften es aufs Podest. Alexander auf Platz 9 und Jonas auf Platz 11.

Die Fahrtechnik war in den letzten beiden Jahren sehr erfolgreich und alle Kinder haben diese auch super umgesetzt. 

Irgendetwas stimmte nicht……

Im Laufe des Tages kam mir dann eine Idee. Ich probierte die Länge des vorderen Parcours abzulaufen. Mit Meterschritten kam ich dann auf 150 Meter. 80m steht im Regelbuch, 100m wurde uns von der UIM gesagt und 150m bin ich gelaufen. Mit Hilfe anderer Eltern überprüften wir das Ergebnis mehrmals. Wir benutzten, wie auch die UIM, Google Maps dafür. Immer das gleiche Ergebnis. 

Zur Erklärung: Auf einer 80m Strecke nehmen wir Gas vor den Kurven raus, um schnell und eng herum zu fahren. Vollgas lässt die Bush-Boote sehr stark rutschen. Dann müsste man große S-Kurven in Kauf nehmen. Das wiederum klappt bei 150m schon sehr gut. Den Beweis dafür hat uns Litauen geliefert. 

Enttäuschung, Fassungslosigkeit und auch Wut lag bei Team Germany in der Luft. Das hatten wir nicht auf dem Schirm. Das hatten sie auch nicht trainiert. Warum auch?

Für den Parallelslalom brauchten unsere Fahrer einen neuen Plan. Vollgas ohne Training? Gefährlich! Aber wenigstens eine Option.

Slalom wird über 2 Tage gefahren. In der Vorrunde fährt jeder auf beiden Parcours, man wechselt dabei das Boot. Nur die besten 4 Fahrer kommen in die nächste Runde, am nächsten Tag.

Da wir diese Disziplin in Deutschland nicht im Wettkampf fahren, üben wir das auch selten. Deshalb sind hier häufig die anderen Länder vorne. Von Team Germany schafften es 3 Fahrer in die nächste Runde. Jonas war mit Platz 3 einer der Glücklichen, Alexander auf Platz 10.

Im Halbfinale schaffte es nur einer ins große Finale. Für Jonas blieb der Kampf um Platz 3, den er am Ende leider verlor. 

Im Gesamtergebnis ergaben sich folgende Platzierungen:

ME

6. Platz Leni Simon

8. Platz Lea Stiner

M1

5. Platz Jacob Peter

12. Platz Damian Bujak

M2

6. Platz Audrey Siebert

7. Platz Tim Stiner 

M3

3. Platz Aik Baumgärtner

10. Platz Alexander Schulz

M4

  1. Platz Karl Schmarje

6. Platz Valentin Fitz

M5

7. Platz Jonas Polten

20. Platz Finn Kremer

Über das Berichtete darf sich jeder selber ein Urteil bilden. Wenn auch einige ihr Ziel verfehlten, gehören unsere Kinder zu den besten Fahrern der Welt. Herzlichen Glückwunsch an alle!

Kategorien: Jugendsport